Wissen & Praxis
Heimisches Wild
Steckbriefe zu den Wildarten unserer Region: wie sie aussehen, wie sie leben und wann sie in Sachsen bejagt werden dürfen. Für Jägerinnen und Jäger gibt es zu jeder Wildart einen aufklappbaren Bereich mit weiteren Fachinformationen.
Im Aufbau: Wir erweitern diese Seite nach und nach um weitere Wildarten unserer Region.
Rotwild
Cervus elaphus · Rothirsch
- Einordnung
- Gehört zu den Echten Hirschen und ist heute die größte Wildart in unserer freien Wildbahn. Männliche Stücke heißen Hirsche, weibliche Tiere, die Jungen Kälber. Die natürliche Altersgrenze liegt bei etwa 18 bis 20 Jahren.
- Größe
- Hirsche: Kopf-Rumpf-Länge etwa 1,8 bis 2,1 m, Schulterhöhe etwa 1,1 bis 1,4 m. Tiere: etwa 1,6 bis 1,8 m und 0,9 bis 1,2 m. Ausgewachsen ist ein Hirsch etwa ab dem 6. Lebensjahr.
- Gewicht
- Lebend: Hirsche etwa 160 bis 180 kg, Tiere etwa 90 bis 150 kg. Aufgebrochen: Hirsche etwa 90 bis 150 kg, Tiere etwa 60 bis 80 kg. Je nach Lebensraum auch deutlich darüber oder darunter.
- Aussehen
- Zweimal im Jahr Haarwechsel: im Sommer rotbraun, im Winter grau bis graubraun und länger behaart. Kälber tragen weiße Flecken. Der Hirsch zeigt im Winter eine zottige Mähne und trägt ein Geweih, das jedes Jahr abgeworfen und neu gebildet wird.
- Lebensraum
- Sehr anpassungsfähig. In Deutschland vor allem in geschlossenen Wäldern der Mittel- und Hochgebirge, aber auch im Flachland der norddeutschen Tiefebene und in Heidelandschaften.
- Lebensweise
- Lebt gesellig in Rudeln. Weibliche Stücke mit Kälbern bilden das Kahlwildrudel, angeführt von einem erfahrenen Alttier mit Kalb. Hirsche schließen sich im Sommer zu eigenen Rudeln zusammen, sehr alte Hirsche sind oft Einzelgänger. Rotwild suhlt gern, zum Schutz vor Insekten und zur Abkühlung.
- Äsung
- Weniger wählerisch als das Reh: Gräser, Kräuter, Blätter, Knospen, Triebe, Pilze und Rinde, Feldfrüchte wie Getreide, Kartoffeln und Rüben sowie Eicheln, Bucheckern und Kastanien. Durch Schälen von Rinde können große Waldschäden entstehen. Im Winter fährt Rotwild Bewegung und Stoffwechsel herunter.
- Fortpflanzung
- Brunft etwa Mitte September bis Mitte Oktober. Nach rund acht Monaten Tragzeit setzt das Tier im Mai oder Juni fast immer nur ein Kalb. Die Kälber werden in den ersten Tagen abgelegt.
Jagdzeit in Sachsen
| Hirsche und Alttiere | 1. August bis 31. Januar |
| Kälber, Schmalspießer und Schmaltiere | 1. August bis 31. Januar |
Nach § 4 Sächsische Jagdverordnung (Fassung ab 1. Oktober 2021) und § 1 Bundesjagdzeitenverordnung. Rotwild darf nur im Rahmen eines behördlich bestätigten oder festgesetzten Abschussplans erlegt werden (§ 21 Bundesjagdgesetz).
Gut zu wissen
Die Hirschbrunft: Im Herbst ist der Ruf der Hirsche weit zu hören. Am lebhaftesten schreien sie gegen Abend, in der Nacht und gegen Morgen. Wer die Brunft erleben möchte, bleibt bitte auf den Wegen und hält Abstand, denn Störungen setzen dem Wild in dieser Zeit besonders zu.
Kälber nicht anfassen: Wie beim Reh legen die Alttiere ihre Kälber nach der Geburt ab. Ein allein liegendes Kalb ist nicht verlassen.
Mehr zum Rotwild in unserer Region finden Sie auf unserer Seite Rotwild.
Für Jäger: Jägersprache, Geweih, Rudel, Sinne
Jägersprache
- Hirschkalb, Wildkalb (Tierkalb): männliches bzw. weibliches Junges im ersten Lebensjahr
- Schmalspießer: Hirsch im zweiten Lebensjahr (1. Kopf), Junghirsch: im dritten Lebensjahr (2. Kopf)
- Schmaltier: weibliches Stück im zweiten Lebensjahr, Alttier: Tier, das bereits ein Kalb gesetzt hat, führend / nicht führend: mit bzw. ohne Kalb, Gelttier: Tier, das kein Kalb führt
- Kahlwild: weibliches Rotwild mit Kälbern, Leittier: Anführerin des Rudels, Trupp: kleinere Gruppe
- Brunftrudel, Platzhirsch, Beihirsche: Rudel in der Brunft, stärkster Hirsch am Brunftplatz, schwächere Hirsche beim Rudel
- Feistzeit, Feisthirsch: ruhige Zeit zwischen Fegen und Brunft und die Hirsche in dieser Zeit
- Körper: Lichter (Augen), Lauscher (Ohren), Windfang (Nase), Äser (Maul), Träger (Hals beim Hirsch), Wedel (Schwanz), Spiegel, Grandeln (zurückgebildete obere Eckzähne, begehrte Trophäe), Brunftmähne
- Laute: Der Hirsch schreit, röhrt und orgelt, trenzt und knört leise, schreckt, mahnt und klagt. Das Tier schreckt, mahnt und klagt.
- Verhalten: verhoffen (plötzlich stehen bleiben), sichern, durchrinnen (Gewässer durchschwimmen), überfallen (Weg oder Graben überspringen), schälen und verbeißen
- Brunft: der Hirsch treibt das Tier, schlägt Nebenbuhler ab, forkelt im Kampf; das Tier wird beschlagen, ist hochbeschlagen und setzt
Geweih
- Abwerfen im Februar bis April, ältere Hirsche in der Regel zuerst. Das neue Geweih wächst etwa 140 Tage im Bast (Kolbenhirsch) und wird anschließend gefegt.
- Der Schmalspießer trägt als erstes Geweih meist Spieße ohne Rosen.
- Geweihstufen: Spießer, Gabler, Sechser, Achter, Eissprossenzehner, Kronenzehner, Zwölfer und weitere Enden meist mit Krone. Die Endenzahl ergibt sich aus der doppelten Endenzahl der endenreichsten Stange, bei ungleichen Stangen spricht man von „ungerade“.
- Wichtige Teile: Rosen, Augspross, Eisspross (nicht immer vorhanden), Mittelspross, Krone ab drei Endsprossen.
- Sein stärkstes Geweih trägt der Rothirsch mit etwa 10 bis 14 Jahren. Die Endenzahl sagt nichts über das Alter aus.
- Mönch oder Plattkopf: Hirsch, der kein Geweih schiebt. Abwurfstange: im Wald gefundene Geweihstange.
Rudel und Ansprechen
- Das Kahlwildrudel zieht meist in der Reihenfolge führendes Alttier, Kalb, Schmaltier, Alttier, Kalb. Verliert das Leittier sein Kalb, übernimmt ein anderes führendes Alttier.
- Verliert ein Kalb seine Mutter, wird es vom Rudel abgeschlagen.
- Von Juni bis Oktober lassen sich führende Alttiere von nicht führenden Stücken nur am Gesäuge (Spinne) sicher unterscheiden. Schmaltiere haben meist ein kürzeres, spitzeres Haupt.
Sinne
- Am besten ausgebildet ist der Geruchssinn, Rotwild verlässt den Einstand meist gegen den Wind. Auch Gesicht und Gehör sind sehr leistungsfähig, besonders erfahrene Alttiere bemerken Bewegungen und Geräusche schon auf große Entfernung.
Quellen: Heintges, W. (Hrsg.): Sicher durch die Jägerprüfung. Arbeitsblätter Haarwild, Kapitel HW 3 „Rotwild“, fachliche Bearbeitung Prof. Dr. R. R. Hofmann und Klaus Schmidt, 36. Auflage 2018/2019 · Sächsische Jagdverordnung § 4, REVOSax (Fassung ab 01.10.2021) · Verordnung über die Jagdzeiten § 1, gesetze-im-internet.de · Bundesjagdgesetz § 21
Schwarzwild
Sus scrofa · Wildschwein
- Einordnung
- Paarhufer aus der Familie der Echten Schweine und Stammvater unseres Hausschweins. Seinen jagdlichen Namen verdankt es der dunklen Winterschwarte.
- Größe
- Keiler: Kopf-Rumpf-Länge etwa 1,5 bis 1,8 m, Schulterhöhe etwa 0,8 bis 1 m. Bachen sind kleiner. Größe und Gewicht hängen stark von den Lebensbedingungen ab.
- Gewicht
- Aufgebrochen als grobe Richtlinie: Keiler etwa 100 bis 200 kg, Bachen etwa 80 bis 100 kg.
- Aussehen
- Hartes, borstiges Haarkleid: im Sommer kurz und silbergrau, ab September/Oktober lang und dunkelgrau bis schwarz. Frischlinge tragen Längsstreifen, die nach etwa 5 bis 6 Monaten verschwunden sind. Keiler haben kräftige Eckzähne.
- Lebensraum
- Bevorzugt feuchte Eichen- und Buchenwälder sowie ausgedehnte Laub- und Mischwälder mit Eicheln und Bucheckern. Das Verbreitungsgebiet dehnt sich seit Jahren aus.
- Lebensweise
- Von Natur aus tagaktiv, durch Bejagung und Störungen heute meist nachtaktiv; tagsüber in Dickungen. Wenig standorttreu, oft bis zu 20 km in einer Nacht. Rotten aus Bachen, Überläufern und Frischlingen, geführt von der Leitbache; ältere Keiler leben meist allein.
- Nahrung
- Allesfresser: Eicheln, Bucheckern, Kastanien, Gras, Klee, Wurzeln, Feldfrüchte und Fallobst, aber auch Würmer, Engerlinge, Mäuse und Aas. Bei der Nahrungssuche im Boden („Brechen“) entstehen Schäden auf Feldern und Wiesen.
- Fortpflanzung
- Paarungszeit (Rauschzeit) meist November bis Februar. Nach etwa 115 Tagen bringt die Bache meist von Februar bis Mai 3 bis 9, im Schnitt 5 Frischlinge zur Welt. Sie werden etwa 3 bis 4 Monate gesäugt.
Jagdzeit in Sachsen
| Keiler und Bachen | ganzjährig |
| Frischlinge und Überläufer | ganzjährig |
Nach § 4 Sächsische Jagdverordnung (Fassung ab 1. Oktober 2021) und § 1 Abs. 2 Bundesjagdzeitenverordnung. Für die Aufzucht notwendige Elterntiere, also führende Bachen, dürfen bis zum Selbständigwerden der Frischlinge nicht bejagt werden (§ 22 Abs. 4 Bundesjagdgesetz). Wegen der Afrikanischen Schweinepest können in Sachsen gebietsweise besondere Regeln gelten.
Gut zu wissen
Begegnung im Wald: Wildschweine sind in der Regel scheu und meiden den Menschen. Wer einem begegnet, sollte ruhig bleiben, langsam Abstand gewinnen und dem Tier einen Fluchtweg lassen. Besondere Vorsicht gilt bei Bachen mit Frischlingen und mit Hunden: Hunde bitte anleinen.
Afrikanische Schweinepest (ASP): Die Tierseuche ist für Menschen ungefährlich, für Haus- und Wildschweine aber meist tödlich. Tot aufgefundene Wildschweine bitte nicht anfassen und dem zuständigen Veterinäramt melden. Aktuelle Informationen gibt es beim Freistaat Sachsen.
Aujeszkysche Krankheit (Pseudowut), wichtig für Hundehalter: Der Erreger kommt bei Wildschweinen in Deutschland weiterhin vor, auch in unserer Region. Für Menschen ist die Krankheit ungefährlich, für Hunde und Katzen verläuft sie aber immer tödlich, eine Impfung für Hunde gibt es nicht. Angesteckt wird vor allem über rohes Wildschweinfleisch und den Kontakt mit infizierten Tieren oder Kadavern. Deshalb: Hunde von toten Wildschweinen fernhalten und kein rohes Wildschweinfleisch oder Aufbruch verfüttern.
Für Jäger: Jägersprache, Sozialverhalten, Sinne
Jägersprache
- Keiler, Bache: männliches bzw. weibliches Stück
- Frischling: im ersten Lebensjahr (bis 31. März), Überläufer: im zweiten Lebensjahr (ab 1. April)
- Ältere Keiler: je nach Alter angehendes Schwein, hauendes Schwein (reifer Keiler), Hauptschwein. Die Einteilung wird je nach Literatur und Bundesland unterschiedlich ausgelegt.
- Rotte: mehrere Sauen zusammen, Kessel: Lager einer Rotte
- Gewaff: beim Keiler Haderer (Oberkiefer) und Gewehre bzw. Hauer (Unterkiefer), bei der Bache Haken
- Wurf, Scheibe: Rüssel, Gebrech: Maul, Teller: Ohren, Pürzel: Schwanz, Federn: lange Rückenborsten, Schwarte: Haut, Gesäuge: Zitzen der Bache
- Rauschzeit: Paarungszeit (die Bache ist rauschig), Frischen: Gebären der Jungen
- Laute: Grunzen und Schmatzen vertrauter Sauen, Blasen bei Erregung oder Misstrauen, Quieken der Frischlinge, Klagen bei Schmerz
- Annehmen: Angreifen, Suhle: Schlammstelle, Malbaum: Baum, an dem sich die Sauen nach dem Suhlen reiben
Sozialverhalten und Fortpflanzung
- Rausch-Synchronisation: Die Leitbache bestimmt den Beginn der Rauschzeit, die fortpflanzungsfähigen Bachen der Rotte werden gleichzeitig rauschig.
- Rausch-Chaos: Fehlt die Leitbache, etwa nach Abschuss oder Verkehrsunfall, werden die Bachen unkontrolliert rauschig. Deshalb ist die Schonung der Leitbache jagdlich wichtig.
- Bachen können schon im ersten Lebensjahr rauschig werden, abhängig von Nahrungsangebot und Altersstruktur des Bestandes.
- Faustregel Tragzeit: drei Monate, drei Wochen, drei Tage. Zum Frischen sondert sich die Bache ab und baut ein gepolstertes Wurfnest.
- Überläuferkeiler verlassen die Mutterrotte mit etwa 18 Monaten. Bachen sind mit etwa 2 Jahren, Keiler mit etwa 4 Jahren ausgewachsen.
- Zuwachs in Normaljahren etwa 140 bis 160 % des Frühjahrsbestandes, stark abhängig von Mastjahren.
Sinne
- Geruchs- und Gehörsinn sind sehr gut ausgebildet, der Gesichtssinn ist schwach. Beim Ansprechen und auf der Pirsch daher auf guten Wind und leises Vorgehen achten.
Quellen: Heintges, W. (Hrsg.): Sicher durch die Jägerprüfung. Arbeitsblätter Haarwild, Kapitel HW 12 „Schwarzwild“, fachliche Bearbeitung Prof. Dr. R. R. Hofmann und Klaus Schmidt, 36. Auflage 2018/2019 · Sächsische Jagdverordnung § 4, REVOSax (Fassung ab 01.10.2021) · Verordnung über die Jagdzeiten § 1, gesetze-im-internet.de · Bundesjagdgesetz § 22 · Senatsverwaltung Berlin, Das Wildschwein · Freistaat Sachsen, Tiergesundheit · Friedrich-Loeffler-Institut, FAQ Aujeszkysche Krankheit (Stand 22.03.2021)
Rehwild
Capreolus capreolus
- Einordnung
- Kleinste heimische Hirschart. Sie zählt zu den Trughirschen und ist damit enger mit dem Elch verwandt als mit dem Rothirsch.
- Größe
- Kopf-Rumpf-Länge etwa 0,9 bis 1,3 m, Schulterhöhe (Widerrist) etwa 60 bis 70 cm. Ricken sind etwas kleiner als Böcke.
- Gewicht
- Lebend etwa 15 bis 30 kg. Aufgebrochen: Böcke etwa 14 bis 20 kg, Ricken etwa 14 bis 18 kg.
- Aussehen
- Zweimal im Jahr Haarwechsel: im Sommer gelblichrot bis rotbraun, im Winter grau bis graubraun mit auffällig weißem Spiegel. Kitze tragen weiße Flecken. Nur der Bock trägt ein Gehörn, das jedes Jahr abgeworfen und neu gebildet wird.
- Lebensraum
- Strauchreiche Mischwälder im Wechsel mit Feldern und Wiesen, Waldränder, Feldgehölze und Buschstreifen. Rehe, die ganz außerhalb des Waldes leben, nennt man Feldrehe.
- Lebensweise
- Im Sommer eher einzeln und revierbezogen, im Winter in Gruppen (Sprüngen). Aktiv vor allem in der Dämmerung. Rehe sind Kurzflüchter: Bei Gefahr springen sie in die nächste Deckung.
- Äsung
- Ein wählerischer Feinschmecker (Konzentratselektierer): Kräuter, Knospen, Triebe, Blätter, Blüten und Früchte wie Eicheln und Bucheckern. Gras macht nur einen kleinen Teil aus.
- Fortpflanzung
- Brunft (Blattzeit) Ende Juli bis Anfang August. Danach ruht der Keim bis etwa Ende Dezember (Keimruhe). Im Mai und Juni setzt die Ricke meist ein bis zwei, selten drei Kitze.
Jagdzeit in Sachsen
| Böcke und Schmalrehe | 16. April bis 31. Januar |
| Kitze und Ricken | 1. August bis 31. Januar |
Nach § 4 Sächsische Jagdverordnung, Fassung ab 1. Oktober 2021. Die Jagdbehörde kann die Jagd im Einzelfall weiter beschränken; maßgeblich ist immer die aktuelle Rechtslage.
Gut zu wissen
Kein „Hirsch-Weibchen“: Ein weit verbreiteter Irrtum ist, das Reh sei die Frau des Hirsches. Tatsächlich ist das Reh eine eigene Art. Das Weibchen des Rothirsches heißt Alttier, das Weibchen des Rehbocks heißt Ricke.
Kitze nicht anfassen: In den ersten Lebenswochen legt die Ricke ihre Kitze im hohen Gras ab und kommt nur zum Säugen. Ein allein liegendes Kitz ist also nicht verlassen: bitte nicht anfassen und Abstand halten. Zur Mähzeit sind die Kitze in Gefahr, deshalb engagieren wir uns in der Kitzrettung.
Für Jäger: Jägersprache, Gehörn, Sinne
Jägersprache
- Bock, Rehbock: ausgewachsenes männliches Reh
- Ricke, Geiß, Altreh: ausgewachsenes weibliches Reh
- Bockkitz, Geiß- bzw. Rickenkitz: Jungtiere im ersten Lebensjahr
- Jährlingsbock, Schmalreh: männliches bzw. weibliches Reh im zweiten Lebensjahr
- Gehörn: beim Rehbock statt „Geweih“
- Muffelfleck: weißer Fleck am Nasenrücken mancher Böcke
- Laute: Schrecken bzw. Schmälen bei Beunruhigung, Fiepen als Lockruf und zur Verständigung zwischen Ricke und Kitz, Klagen bei Schmerz und Angst, Keuchen des treibenden Bockes
Merkmale
- Spiegel beim Bock eher nierenförmig, bei der Ricke eher herzförmig; die Ricke trägt zudem die Schürze.
- Duftdrüsen unter anderem an der Stirn des Bockes (Reviermarkierung beim Fegen) und als Laufbürste am Sprunggelenk.
Gehörn im Jahreslauf
- Abwerfen: Oktober bis Dezember, alte Böcke früher, junge später.
- Schieben: über den Winter im Bast.
- Verfegen: März bis Juni, alte Böcke früher, Jährlinge oft erst im Mai oder Juni.
- Bockkitz: schiebt ab August die Rosenstöcke und darauf ein knopfartiges Erstlingsgehörn ohne Rosen.
- Gehörnstufen: Spießer, Gabler, Sechser. Das stärkste Gehörn tragen Böcke meist im Alter von etwa 3 bis 8 Jahren.
Revier und Sinne
- Reife Böcke besetzen im Frühjahr ihr Revier und markieren es durch Fegen und Plätzen.
- Am besten ausgebildet ist der Geruchssinn, das Gehör ist gut, der Gesichtssinn eher mäßig.
- Zuwachsrate: etwa 80 bis 100 % bezogen auf die Zahl der weiblichen Rehe am 1. April.
Quellen: Heintges, W. (Hrsg.): Sicher durch die Jägerprüfung. Arbeitsblätter Haarwild, Kapitel HW 7 „Rehwild“, fachliche Bearbeitung Prof. Dr. R. R. Hofmann und Klaus Schmidt, 36. Auflage 2018/2019 · Sächsische Jagdverordnung § 4, REVOSax (Fassung ab 01.10.2021) · Deutsche Wildtier Stiftung (u. a. Pressemitteilung „Hirschartige und ihre Verwandten“, 13.02.2026)
Fuchs
Vulpes vulpes · Rotfuchs
- Einordnung
- Raubtier aus der Familie der Hundeartigen. Das Männchen heißt Rüde, das Weibchen Fähe, die Jungen Welpen oder Jungfüchse. Aus der Fabel kennt man ihn als Meister Reineke.
- Größe
- Rüde: Körperlänge ohne Schwanz etwa 60 bis 70 cm, Schwanz (Lunte) etwa 30 bis 45 cm, Schulterhöhe etwa 38 cm. Fähen sind deutlich kleiner.
- Gewicht
- Rüde etwa 5 bis 10 kg, Fähen deutlich leichter.
- Aussehen
- Rotbraunes Fell, meist mit hellgrauer bis weißer Unterseite, weißer Kehle und weißer Schwanzspitze. Es gibt auch dunklere Farbvarianten. Der Haarwechsel erfolgt einmal im Jahr im Frühjahr, im Dezember ist der dichte Winterbalg voll ausgebildet. Welpen sind zunächst dunkelgrau.
- Lebensraum
- Besiedelt fast alle Landschaften, besonders die Mischung aus Wald und Feld. Gegenden mit hohem Grundwasser meidet er. Zunehmend lebt er auch in Städten, oft in hoher Zahl.
- Lebensweise
- Lebt zeitweise in Erdbauen mit mehreren Röhren und Kesseln; kleinere gräbt er selbst, größere übernimmt er oft vom Dachs. Im Bau steckt er vor allem bei schlechtem Wetter, in der Paarungszeit und während der Jungenaufzucht. Sehr vorsichtig und reaktionsschnell.
- Nahrung
- Fleischfresser und anpassungsfähiger Nahrungsgeneralist. Hauptnahrung sind Mäuse, dazu kleinere Säugetiere bis Rehkitzgröße, Vögel und Gelege, Fallwild, Insekten, Larven, Beeren und Obst.
- Fortpflanzung
- Paarungszeit (Ranz) im Januar und Februar. Nach etwa 50 bis 55 Tagen bringt die Fähe im März oder April im Bau meist 5 bis 6, manchmal bis 10 Welpen zur Welt. Die Welpen sind anfangs blind, verlassen ab der 5. Lebenswoche den Bau, und der Rüde hilft oft bei der Aufzucht.
Jagdzeit in Sachsen
| Fuchs | ganzjährig |
Nach § 1 Abs. 2 Bundesjagdzeitenverordnung. Für die Aufzucht notwendige Elterntiere dürfen bis zum Selbständigwerden der Jungen nicht bejagt werden (§ 22 Abs. 4 Bundesjagdgesetz).
Gut zu wissen
Mäusejäger: Der Fuchs ernährt sich überwiegend von Mäusen und ist damit auf Feldern ein fleißiger Helfer.
Burgfriede: In unmittelbarer Nähe seines Baus jagt der Fuchs in der Regel nicht.
Nachbar in der Stadt: Füchse kommen zunehmend auch in Siedlungen vor und erreichen dort teils höhere Dichten als in ihrem ursprünglichen Lebensraum.
Für Jäger: Jägersprache, Bau, Fraßspuren, Sinne
Jägersprache
- Rüde, Fähe, Welpen: Männchen, Weibchen, Junge; alle Jungen zusammen: Geheck
- Körper: Gehöre (Ohren), Seher (Augen), Fang (Maul), Fänge (Zähne), Branten (Pfoten), Lunte oder Standarte (Schwanz), Blume (weiße Schwanzspitze), Viole (Duftdrüse auf der Lunte), Balg (Fell)
- Ranz, Rollzeit: Paarungszeit; die Fähe geht dick (ist trächtig) und wölft
- Laute: Bellen in der Ranz, Keckern bei Erregung, Klagen bei Schmerz
- Bewegung: schnüren und schleichen (langsam), traben, flüchten; er maust (fängt Mäuse)
- Bau: befahren (bewohnt) oder nicht befahren bzw. kalt; der Fuchs fährt ein und fährt aus, er steckt im Bau; der Erdhund sprengt ihn, der Fuchs verklüftet sich
- Pass: ständiger Weg des Fuchses, Losung: Kot, Fraß, Raub: Nahrung
- Farbvarianten: Birkfuchs (häufigste, helle Unterseite), Kohl- oder Brandfuchs (dunkle Unterseite), Kreuzfuchs (dunkles Kreuz auf Rücken und Schultern)
Bau und Fraßspuren
- Merkmale eines befahrenen Baus: saubere Einfahrten, glatte Wände, festgetretene Erde vor der Röhre, Fraßreste vor allem zur Aufzuchtzeit. Die Kessel sind nie ausgepolstert.
- Gelegentlich teilt der Fuchs seinen Bau mit Dachs oder Kaninchen.
- Beute wird meist durch Bisse in Hals und Genick getötet; typisch sind halbkreisförmige Bisslöcher. Oft frisst er zuerst die Innereien und trennt bei größerer Beute den Kopf ab.
- Die Losung ist etwa kleinfingerdick mit einer dünn auslaufenden Spitze und wird gern auf erhöhten Stellen abgesetzt.
- Das Trittsiegel ist ovaler als das kreisförmige des Hundes.
Sinne und Alter
- Gehör und Geruchssinn sind am besten ausgebildet, auch das räumliche Sehen ist gut.
- Natürliche Feinde sind Steinadler, Uhu und Luchs. In freier Wildbahn werden Füchse höchstens 10 bis 12 Jahre alt, meist deutlich weniger.
Quellen: Heintges, W. (Hrsg.): Sicher durch die Jägerprüfung. Arbeitsblätter Haarwild, Kapitel HW 13 „Fuchs“, fachliche Bearbeitung Prof. Dr. R. R. Hofmann und Klaus Schmidt, 36. Auflage 2018/2019 · Verordnung über die Jagdzeiten § 1, gesetze-im-internet.de · Bundesjagdgesetz § 22
Waschbär
Procyon lotor
- Einordnung
- Raubtier aus der Familie der Kleinbären. Ursprünglich in Nordamerika beheimatet, in Deutschland in den 1930er Jahren gezielt ausgesetzt und zusätzlich aus Pelztierfarmen entkommen.
- Größe
- Körperlänge ohne Schwanz etwa 60 cm, Schwanz etwa 20 bis 25 cm, Schulterhöhe etwa 30 bis 35 cm.
- Gewicht
- Bis etwa 10 kg.
- Aussehen
- Graubraunes Fell, dunkle Gesichtsmaske und ein Schwanz mit deutlichen dunklen Ringen. An den Ringen ist er gut vom ähnlich aussehenden Marderhund zu unterscheiden.
- Lebensraum
- Waldreiche Gebiete, gern in Wassernähe. Sehr anpassungsfähig, besiedelt auch Wohngebiete und breitet sich weiter aus. Sehr trockene Bereiche und höhere Gebirgslagen meidet er.
- Lebensweise
- Dämmerungs- und nachtaktiv, hält in strengen Wintern Winterruhe. Unterschlupf findet er in hohlen Bäumen, Fuchs- und Dachsbauen, Wurzelstöcken oder Scheunen. Klettert sehr gut und schwimmt gut.
- Nahrung
- Allesfresser mit überwiegend pflanzlicher Kost wie Früchten, Obst, Mais, Bucheckern und Eicheln, dazu Insekten, Kleinsäuger, Vögel, Eier, Fische und Würmer.
- Fortpflanzung
- Paarungszeit (Ranz) im Februar und März. Nach etwa 63 Tagen bringt die Fähe 2 bis 5 Junge zur Welt.
Jagdzeit in Sachsen
| Waschbär | ganzjährig |
Nach § 4 Sächsische Jagdverordnung (Fassung ab 1. Oktober 2021). Für die Aufzucht notwendige Elterntiere dürfen bis zum Selbständigwerden der Jungen nicht bejagt werden (§ 22 Abs. 4 Bundesjagdgesetz).
Gut zu wissen
Der „Wäscher“: Seinen Namen hat er von der Eigenart, Nahrung ins Wasser zu tauchen und zwischen den Vorderpfoten zu reiben.
Spuren: Als Sohlengänger hinterlässt er Abdrücke mit fünf Zehen, die an kleine Hände erinnern.
Invasive Art: Seit 2016 steht der Waschbär auf der EU-Liste der invasiven gebietsfremden Arten (Verordnung (EU) Nr. 1143/2014). Solche Tiere dürfen nicht gehalten, gezüchtet oder in die Natur ausgesetzt werden. Auch gefangene Waschbären dürfen deshalb nicht wieder freigelassen werden (Art. 7 Abs. 1 Buchst. h der Verordnung).
Stark steigende Strecken: Der Waschbär kommt inzwischen in allen Bundesländern vor. Im Jagdjahr 2024/25 wurden bundesweit 284.220 Waschbären erlegt, mehr als dreizehnmal so viele wie zwanzig Jahre zuvor. In Sachsen stieg die Strecke in nur zehn Jahren von 7.230 auf 26.993 Tiere. Zur Jahresstrecke Waschbär nach Bundesländern (DJV).
Folgen für heimische Arten: Wissenschaftler der Goethe-Universität Frankfurt haben im Projekt ZOWIAC den Forschungsstand zusammengefasst. Danach können Waschbären heimische Arten regional erheblich unter Druck setzen, besonders Amphibien, Reptilien, boden- und höhlenbrütende Vögel sowie Fledermäuse. Den ausführlichen Faktencheck mit allen Quellen gibt es online.
Für Jäger: Jägersprache, Spur
Jägersprache und Merkmale
- Männchen Rüde, Weibchen Fähe; die Fähe wölft. Der Schwanz heißt wie beim Fuchs Lunte bzw. Rute.
- Gebiss mit 40 Zähnen, Sohlengänger mit fünf Zehen; der Abdruck der Hinterbrante wirkt deutlich länger.
- Unterschied zum Marderhund: Lunte mit dunklen Ringen, fünf statt vier Zehen im Abdruck, klettert gern.
Quellen: Heintges, W. (Hrsg.): Sicher durch die Jägerprüfung. Arbeitsblätter Haarwild, Kapitel HW 16 „Waschbär“, fachliche Bearbeitung Prof. Dr. R. R. Hofmann und Klaus Schmidt, 36. Auflage 2018/2019 · Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 und Durchführungsverordnung (EU) 2016/1141 (Unionsliste) · Deutscher Jagdverband, Infografik „Jahresstrecke Waschbär“ nach DJV-Handbuch 2026 · ZOWIAC (Goethe-Universität Frankfurt), „Faktencheck Waschbären in Deutschland“ (Juli 2025) · Sächsische Jagdverordnung § 4, REVOSax (Fassung ab 01.10.2021) · Bundesjagdgesetz § 22
Marderhund
Nyctereutes procyonoides · Enok
- Einordnung
- Raubtier aus der Familie der Hundeartigen, auch Enok genannt. Ursprünglich in Ostasien beheimatet; in der westlichen Sowjetunion für die Pelzjagd ausgesetzt, von dort nach Westen bis Deutschland eingewandert.
- Größe
- Körperlänge ohne Schwanz etwa 60 cm, Schwanz etwa 15 cm, Schulterhöhe etwa 25 bis 30 cm.
- Gewicht
- Etwa 5 bis 10 kg, im Sommer nur etwa 4 bis 6 kg.
- Aussehen
- Fell schwarz, silbergrau und dunkelbraun gemischt, mit dunkler Gesichtsmaske. Der kurze Schwanz ist dunkelbraun und ohne Ringe, daran unterscheidet er sich vom Waschbären.
- Lebensraum
- Gewässerreiche Gebiete mit Schilf, Röhricht und Gehölzen. Im reinen Nadelwald ist er selten.
- Lebensweise
- Nachtaktiv, tagsüber meist in Fuchs- oder Dachsbauen, manchmal gräbt er selbst. Im Unterschied zu Fuchs und Wolf hält er Winterruhe. Marderhunde klettern nicht.
- Nahrung
- Allesfresser und Nahrungsgeneralist: überwiegend Pflanzliches, dazu kleine Säugetiere, Vögel, Eier, Insekten, Fische, Beeren und Obst.
- Fortpflanzung
- Paarungszeit im Februar und März. Nach etwa 8 Wochen bringt die Fähe im April oder Mai 3 bis 6 Junge zur Welt. Marderhunde leben in fester Partnerschaft, der Rüde zieht die Jungen mit auf.
Jagdzeit in Sachsen
| Marderhund | ganzjährig |
Nach § 4 Sächsische Jagdverordnung (Fassung ab 1. Oktober 2021). Für die Aufzucht notwendige Elterntiere dürfen bis zum Selbständigwerden der Jungen nicht bejagt werden (§ 22 Abs. 4 Bundesjagdgesetz).
Gut zu wissen
Verwechslungsgefahr: Wegen der Gesichtsmaske wird der Marderhund oft für einen Waschbären gehalten. Erkennbar ist er am kurzen, ungeringelten Schwanz, außerdem klettert er nicht.
Für Jäger: Jägersprache, Spur
Jägersprache und Merkmale
- Körperteile und Jägersprache wie beim Fuchs: Rüde, Fähe, Welpen, Lunte, Branten; die Fähe wölft.
- Gebiss wie beim Fuchs. Im Trittsiegel zeichnen sich vier Zehen ab, beim Waschbären fünf.
Quellen: Heintges, W. (Hrsg.): Sicher durch die Jägerprüfung. Arbeitsblätter Haarwild, Kapitel HW 15 „Marderhund (Enok)“, fachliche Bearbeitung Prof. Dr. R. R. Hofmann und Klaus Schmidt, 36. Auflage 2018/2019 · Sächsische Jagdverordnung § 4, REVOSax (Fassung ab 01.10.2021) · Bundesjagdgesetz § 22
Wolf
Canis lupus · Grauwolf
- Einordnung
- Raubtier aus der Familie der Hundeartigen und Stammform unseres Haushundes. Seit 2026 gehört er zu den Tierarten des Bundesjagdgesetzes.
- Größe
- Körperlänge ohne Schwanz etwa 1,0 bis 1,4 m, Schwanz (Rute) etwa 35 bis 50 cm. Schulterhöhe bei Rüden etwa 60 bis 90 cm, bei Fähen etwa 60 bis 80 cm.
- Gewicht
- Etwa 30 bis 50 kg.
- Aussehen
- Meist grau bis graugelb mit schwärzlicher Tönung, selten sandfarben; schwarze Wölfe sind in Europa selten. Das Winterhaar ist besonders lang und dicht.
- Vorkommen
- Aus Westpolen eingewandert. Die ersten Welpen in Deutschland wurden im Jahr 2000 in der Lausitz geboren. Sachsen gehört heute zu den Bundesländern mit den meisten Wölfen: Im Monitoringjahr 2024/25 waren es 35 Rudel, zehn Paare und ein territoriales Einzeltier.
- Lebensweise
- Lebt in Familienrudeln aus dem Elternpaar und den Jungen des Jahres und des Vorjahres. Wölfe leben in fester Partnerschaft und jagen im Rudel oder allein.
- Nahrung
- Sehr vielseitig, von der Maus über Raubwild bis zu Rot- und Schwarzwild; bevorzugt werden Jungtiere sowie alte oder kranke Stücke. Auch Aas wird genommen. Es kann zu Übergriffen auf Weidetiere kommen, meist Schafe und Ziegen.
- Fortpflanzung
- Paarungszeit (Ranz) zwischen Januar und März. Nach etwa 63 Tagen bringt die Fähe meist 4 bis 6, seltener 1 bis 11 Welpen zur Welt.
Jagd und Rechtslage
| Bundesrechtlicher Rahmen | 1. Juli bis 31. Oktober |
| Reguläre Bejagung in Sachsen | noch nicht möglich |
Stand Oktober 2026: Seit 2. April 2026 steht der Wolf im Bundesjagdgesetz. Eine Jagdzeit vom 1. Juli bis 31. Oktober ist nur möglich, wenn sich der Bestand in einem günstigen Erhaltungszustand befindet und ein Managementplan vorliegt. Sachsen hat das Landesjagdrecht im September 2026 angepasst; die dazugehörige Verordnung und der Wolfsmanagementplan werden noch erarbeitet. Unabhängig davon kann nach Rissen eine gezielte Entnahme einzelner Wölfe angeordnet werden. Maßgeblich ist immer die aktuelle Rechtslage.
Gut zu wissen
Nicht füttern: Wildlebende Wölfe zu füttern oder mit Futter anzulocken ist gesetzlich verboten (§ 45a Bundesnaturschutzgesetz). Gefütterte Wölfe verlieren ihre Scheu vor dem Menschen.
Kein Handel mit Trophäen: Auch nach der Aufnahme ins Jagdrecht bleiben Zurschaustellung und Handel mit toten Wölfen nach EU-Artenschutzrecht verboten.
Für Jäger: Jägersprache, Spur
Jägersprache und Merkmale
- Körperteile und Jägersprache wie beim Fuchs: Rüde, Fähe, Welpen, Rute, Branten; die Fähe wölft.
- Typisches Raubtiergebiss, Aufbau und Zahnformel wie beim Fuchs.
- Die Spur ähnelt der des Hundes, die Zehenballen sind jedoch länger und die Krallenabdrücke kräftiger.
- Kreuzungen zwischen Wolf und Haushund sind möglich, in freier Wildbahn aber eher selten. Solche Hybriden sollen zum Schutz der Population entnommen werden.
Quellen: Heintges, W. (Hrsg.): Sicher durch die Jägerprüfung. Arbeitsblätter Haarwild, Kapitel HW 14 „Wolf“, fachliche Bearbeitung Prof. Dr. R. R. Hofmann und Klaus Schmidt, 36. Auflage 2018/2019 · Bundesregierung, „Wolf ins Bundesjagdgesetz aufgenommen“ (April 2026) · Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, Pressemitteilung 30/2026 · Bauernzeitung, Berichte zum sächsischen Wolfsmanagement (September/Oktober 2026, mit Monitoringzahlen des LfULG) · Bundesnaturschutzgesetz § 45a


